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Bürgerinitiative Hannoversch Münden
gegen den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden
und für Umwelt- und Naturschutz e.V.

 

Hans Weichlein, Veckerhäger Str. 96, 34346 Hann. Münden
An den
Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften
Herrn Dr. Michael Engel
per e-mail

28.12.2009

Pressegespräch mit der HNA Kassel zum Flughafen Calden vom 28.12.2009

Sehr geehrter Herr Dr. Engel,

für Ihre klaren Aussagen anläßlich des Interviews mit der HNA möchten wir Ihnen ganz herzlich danken.

Seit mehr als sieben Jahren versuchen wir, den für das Projekt verantwortlichen Politikern in Land, Kreis, Stadt und Gemeinde genau das zu erklären, was Sie mit wenigen Worten treffend beschrieben haben. Es ist sehr bedauerlich, dass Sie und auch andere in der Luftfahrt tätige Verbände, Fluglinien und führende Wirtschaftsberatungsgesellschaften immer wieder ohne jegliche Wirkung auf die unausbleiblichen Risiken bei der Realisierung dieses Projektes aufmerksam machen. Wir haben in der erweiterten Region die Flughäfen Erfurt, Paderborn, Dortmund und Münster-Osnabrück. Selbst Hannover und Frankfurt a.M. sind per Bahn gut zu erreichen.

Daraus ergibt sich zwangläufig die Hauptwirkung eines neuen Flughafens in Calden: Der Kannibalisierungseffekt. Selbst wenn sich einige Fluggesellschaften entschließen würden, Calden anzufliegen, müssten sie sich eines hohen Risikos bewußt sein. Sich an einem neuen Platz einzurichten, erfordert Kapital- und Personaleinsatz, Geräte und Logistik - alles Faktoren, die ein Kaufmann mit Blick auf seine Rendite streng beachten muß. Außerdem wäre das alles passagiertechnisch gesehen eine Milchmädchenrechnung - was man in Calden hinzugewinnt, verliert man an den anderen Flughäfen - die wundersame Passagiervermehrung gibt es noch nicht. (Außer bei Ryanair, und die wird vom Steuerzahler finanziert).

Ein Politiker glaubt, das nicht berücksichtigen zu müssen. Für die Dokumentierung der Notwendigkeit hat er seine Leib- und Magengutachter, für juristische Unangreifbarkeit seine "unabhängigen" Gerichte und notfalls, wenn nichts mehr hilft, seine Gesetzgebungsgewalt. Über allem schwebt beglückt der Steuerzahler, der den ganzen Unsinn finanzieren muß - und die Verluste aus solchen "strukturpolitischen" Abenteuern noch dazu.

Sehr geehrter Herr Engel, die Protagonisten haben sich nicht für Ihren Rat interessiert - auch ungefragt erteilter Rat ist in diesem Fall ein guter Rat - für die betroffenen Menschen und - bei etwas gutem Willen - sogar für die starrsinnigen Politiker. Denken Sie einmal wohlwollend darüber nach.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Weichlein

Anlage PM


Pressemitteilung

28.12.2009

"Für Steuerzahler ein Fass ohne Boden"

Nach diesem Interview mit dem Geschäftsführer des BDF (Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften) wäre es für die Bürgerinitiativen ein Leichtes zu sagen: "Siehste, haben wir doch immer schon gewußt!!" Aber das wäre zu billig und zudem für uns immer noch unbefriedigend, denn die BI haben es nicht geschafft, den Verantwortlichen dieses Wissen zu übermitteln. Andererseits ist es wohl unmöglich, einen Politiker vom Unsinn seines Tuns zu überzeugen, wenn der sich diesen nur fest genug vorgenommen hat.

Nach Barig (Vereinigung aller in Deutschland tätigen Fluggesellschaften), Lufthansa, Air Berlin und jetzt dem BDF haben alle mit der Materie befassten Fachleute Calden eine klare Absage erteilt - überflüssig, zu teuer, unwirtschaftlich. Wie sagte vor sieben Jahren Dr. Norbert Hasselmann (B 90/Die Grünen Göttingen):

"Sie bauen einen Flughafen, den niemand braucht, mit Geld, das sie nicht haben, für Passagiere, die es nicht gibt."

Jeder hat es inzwischen realisiert, nur die verantwortlichen in Hessen nicht. Die berufen sich lieber auf bestellte Gutachten und einen "unabhängigen" Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Bezeichnend dabei ist, dass einer der Gutachter freimütig eingesteht, dass ihm der Auftrag zum Wirtschaftlichkeitsgutachten unter der Prämisse erteilt wurde "keine für das Projekt schädlichen Aspekte zu berücksichtigen."

Es ist Zeit umzudenken, es ist Zeit, auch einmal Fehler einzugestehen - und es ist Zeit für die Bürger, die die Investitionsruine bezahlen müssen, sich energischer gegen den Flughafenwahn profilneurotischer Provinzfürsten zur Wehr zu setzen. Schreibt Leserbriefe, schreibt an die Verantwortlichen in Land, Stadt und Kreis, unterstützt die Bürgerinitiativen.

Hans Weichlein         Dr. Wilbrand Krone


1. Vorsitzender: Hans Weichlein, stellvertr. Vorsitzende: Dr. Wilbrand Krone, Peter Wozniczka
Schatzmeisterin: Helga Weichlein, Schriftführerin: Dagmar Horst
Spendenkonto Nr. 32 325 853 BLZ 260 624 33 Volksbank Hann. Münden

Mailserver der BI,  Tel.: 05541 73173, Fax: 05541 956187
Vereinsregister-Nr. VR 785, Amtsgericht Hann. Münden; Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Göttingen

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