![]() 13. Januar 2006 Regionalflughäfen: Fragwürdige Projekte mit fragwürdigen Methoden"Die vielen Regionalflughäfen, mit denen sich die jeweiligen Landesfürsten versuchen zu schmücken, lohnen sich einfach nicht. Zahlreiche Gutachten belegen dies auch für Kassel-Calden. Selbst die Fluggesellschaften, allen voran die Lufthansa, sagen klar und deutlich, dass sie an einem Ausbau von Kassel-Calden kein Interesse haben. Der jetzt bekannt gewordene Verdacht gegen den Erfurter Flughafenchef, die Passagierzahlen manipuliert zu haben und seine heutige Verhaftung sind die Spitze eines Gefahren-Eisbergs, überall Regionalflughäfen einzurichten", macht der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mathias Wagner, aufmerksam. Zu Beginn der Woche hatte sich der Verdacht, im Jahr 2000 seien auf dem Erfurter Flughafen rund 30 000 Passagiere mehr gemeldet worden als tatsächlich abgefertigt wurden, erhärtet. Nach Medienberichten konnte sich der Flughafen nur mit diesen gefälschten Zahlen Fördermittel von mehr als neun Millionen Euro sichern. Der Flughafenchef wurde heute verhaftet. "Die hessische Landesregierung will weiterhin 150 Millionen Euro in den unsinnigen und unrentablen Ausbau des Flughafens Kassel-Calden stecken. Es droht ein Millionengrab, wobei der Erfurter Fall zeigt, dass die Situation der Regionalflughäfen so angespannt ist, dass offensichtlich auch vor kriminellen Machenschaften nicht mehr zurückgeschreckt wird. Dabei würde Nordhessen weit mehr profitieren, wenn dieses Geld in sinnvolle Infrastrukturmassnahmen investiert würde. Nordhessen entwickelt sich zum Beispiel zu einem international beachteten Standort für Solartechnologie. Aber für Finanzminister Weimar, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender von Kassel-Calden ist, kann nicht sein, was nicht sein darf. Er hält deshalb an dieser unrentablen Subvention fest", kritisiert Mathias Wagner. |