20.02 - Grüne: Entsetzen über Kampagne der FlughafenbefürworterDie Befürworter des Flughafenneubaus in Calden müssen sich langsam fragen lassen, mit welchen Schmutzkampagnen sie ihr Anliegen noch verfolgen wollen. Erst werden erfundene „Gutachten“ mit Phantasiezahlen präsentiert, dann Arbeitsplatzzahlen nach oben manipuliert, und schließlich werden Gegner des Ausbaus massiv persönlich verunglimpft. Wer Einwendungen im Planfeststellungsverfahren erhebt oder dazu aufruft, nimmt sein gutes demokratisches Recht wahr und ist kein Gegner der Demokratie“ erklärt für die Kasseler Grünen deren Vorsitzender Andreas Jürgens. Auch Kasseler Bürgerinnen und Bürger könnten durchaus berechtige Einwendungen im Planfeststellungsverfahren erheben. „Schließlich geht es nicht nur um Fluglärm, sondern auch um die Belastung der Stadt Kassel durch mehr Transitverkehr, um einen Anstieg der Feinstaubbelastung im Kasseler Becken und nicht zuletzt um die Folgekosten für die Kasseler Steuerzahler. Wenn Flughafen GmbH und RP Einwendungen aus Kassel pauschal als ungerechtfertigt abtun, nährt dies den Verdacht, dass eine vorurteilsfreie Prüfung im Planfeststellungsverfahren nicht mehr stattfinden wird. Klagen gegen das Projekt werden damit immer aussichtsreicher“ meint Jürgens. Auch die grüne OB-Kandidatin Helga Weber habe im Wahlkampf auf das gute Recht der Bürger hingewiesen und darauf, dass jede spätere Geltendmachung von Rechten ausgeschlossen ist, wenn die Betroffenen keine Einwendungen erhoben haben. „Ob dabei auch der Einbau von Schallschutzfenstern in Betracht kommt, muss ja gerade im Planfeststellungsverfahren geprüft werden“ so Jürgens. „Die Flughafenbefürworter haben kein einziges sachliches Argument für ihr Wahnsinnsprojekt. Deshalb müssen sie hetzt die Grünen massiv beschimpfen. Dieses Verhalten entlarvt sich selbst und ist für uns nur Ansporn, den Widerstand gegen den Flughafenneubau weiterzuführen“ erklärt der Landtagsabgeordnete abschließend. Grüne: Angebliches Gutachten ist Bankrotterklärung für Kassel-CaldenAls „politische Bankrotterklärung der Flughafenbefürworter“ werten die Kasseler Grünen das neueste Papier der Flughafen GmbH über angebliche wirtschaftliche Auswirkungen des Flughafen Neubaus. „Was großmäulig als ‚neues Gutachten’ angekündigt wurde, entpuppt sich als interressegesteuerte Zusammenstellung der Flughafen GmbH selbst. Statt neue Fakten und endlich eine Kosten-Nutzen-Berechnung vorzulegen, werden ‚olle Kamellen’ und reines Wunschdenken präsentiert. Wer zu solch billigen Taschenspielertricks greifen muss, ist politisch am Ende“ erklärt für die Kasseler Grünen deren Vorsitzender Andreas Jürgens. Das Papier könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass bisher keine einzige Fluglinie Calden überhaupt nutzen wolle. Die meisten hätten vielmehr ausdrücklich erklärt, sie hätten kein Interesse an Calden. „Wo sollen dann die angenommenen Passagierzahlen herkommen, wenn niemand Kassel-Calden anfliegt? Es ist Teil der Bankrotterklärung, dass der Flughafen GmbH immer noch nicht gelungen ist, eine Fluglinie für Calden zu interessieren“ kritisiert Jürgens. Der angekündigte Zuwachs im sogenannten KEP-Verkehr (Kurier, Express, Post) könne auch ohne jeden Neubau verwirklicht werden, weil die bisherige 1.500 m-Bahn für die hierbei eingesetzten kleinen Maschinen bereits ausreiche. „Geradezu Volksverdummung betreiben die Befürworter aber, wenn zunächst 2.500 neue Ar-beitsplätze angekündigt werden und sich hinterher herausstellt, dass da die bereits vorhandenen mitgerechnet sind. Lediglich 1.450 neue Arbeitsplätze werden jetzt noch prognostiziert. Bei 151 Mio. Euro Baukosten wären das mehr als 100.000 Euro öffentliche Subventionen pro Ar-beitsplatz. Da liessen sich an anderer Stelle weit mehr Arbeitsplätze schaffen“ ist Jürgens über-zeugt. Auch den angenommenen Zugewinn an Kaufkraft hält er für eine „Mogelpackung“: „Eher werden die Menschen von Calden nach London fliegen, um ihr Geld dort auszugeben, als von London nach Calden zum Einkaufen. Der Region wird also Kaufkraft entzogen, die dann für die Wertschöpfung hier fehlt“ meint der Landtagsabgeordnete und fordert: „Wenn der Flughafen GmbH nichts besseres einfällt, als sich selbst mit altbekannten Märchen Mut zu machen, sollte sie endlich Einsicht zeigen und den Flughafen-Neubau aufgeben.“ |