Von den 1971 vom Wirtschaftsminister Karry erwähnten 18.000 Arbeitsplätzen sind bisher von der Flughafen GmbH Kassel in Calden realisiert: Ein kaufmännischer, ein technischer Prokurist; ein Angestellter im kaufmännischen, einer im technischen Bereich; vier Flugleiter im Schichtdienst; zwei Schreibkräfte; sieben Tank- und Platzwarte.
Bundesverkehrsministerium verbietet den weiteren Flugplatzausbau: „Weil die für den Startvorgang (nach Westen) zu fordernde Hindernisfreiheit nicht gegeben ist“.
Hessens Finanzminister Arndt warnt Kassel und will die enormen Defizite nicht übernehmen. In diesem Zusammenhang kommen Zweifel auf, ob der Standort für den Flugplatz Kassel-Calden richtig gewählt wurde.
Man erkennt: Der Flugplatz, mit Millionenaufwand viel zu groß gebaut, ist mehrere Nummern zu klein geraten und auf dem falschen Gelände angelegt.
Die Flughafen GmbH hat eingesehen, daß der Traum von einem „Flug-Touristenzentrum Kassel-Calden“ mit einschwebenden Düsenriesen angesichts der Tatsachen wie eine Seifenblase zerplatzt ist.
Erste Warnung durch Holger Börner
Die Höhe dieser Summen für den Ausbau des Regionalflughafens zu einem Flughafen auch für große Düsenmaschinen machte nordhessische Politiker munter. Holger Börner, ehemals parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und jetziger Bundesgeschäftsführer der SPD, ließ auf dem Parteitag des SPD-Unterbezirks Kassel-Stadt die erste Warnung los.
In einem schriftlichen Bericht stellte er fest: „Ein geradezu klassisches Beispiel für die Diskrepanz (Unstimmigkeit) zwischen öffentlich erhobenen Forderungen und wirklichem Verkehrsbedürfnis ist der Luftverkehr in Kassel-Calden. Ich habe mich in den vergangenen Jahren für eine Mindestausstattung dieses Landeplatzes mit Flugsicherungseinrichtungen eingesetzt und bin auch heute noch bereit, seine wirtschaftliche Bedeutung durch Ansiedlung von Industriebetrieben in seiner Umgebung zu fördern.“
Bestimmte Pläne aber auf seine Vergrößerung und Einbeziehung in Linien- oder Charterverkehr mit großen Düsenmaschinen, die eine weitere Investition von mehreren Millionen erfordern, halte ich für Utopien und deshalb nicht für förderungswürdig.“
Nach Börner sollte man sich in einer „Zeit knapper öffentlicher Mittel“ dafür entscheiden, „ob wir den Flugplatz zu Lasten anderer notwendiger Aufgaben wie den Bau von Schulen und Kindergärten weiter ausbauen wollen. Ich war immer dafür, die „Kirche im Dorf“ zu lassen, das heißt, den Flugplatz so auszubauen, wie er für den Geschäftsreiseverkehr und für den Zubringerverkehr zu anderen Flugplätzen notwendig ist. Mehr nicht.“ (Anm. Auch 2004 steht Holger Börner noch zu dieser Aussage!)
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